100 Jahre Frauentag

08.03.2011 – 100 Jahre Internationaler Frauentag

100 Jahre FrauentagAm 19.03.1911 fand der erste Internationale Frauentag in Kopenhagen statt. Die Frauen, die damals auf die Straße gingen, kämpften in erster Linie für das Frauenwahlrecht, aber auch für bessere Arbeitsbedingungen, ein Arbeitsschutzgesetz, einen Mutterschutz und eine 40-Stunden-Woche.

Viel hat sich getan seit dem 19.03.1911. Frauen dürfen wählen, die Arbeitsbedingungen haben sich in den meisten Berufen eklatant verbessert, das Arbeitsschutzgesetz wurde abgesegnet und stetig an die sich wandelnde Gesellschaft und ihre Forderungen angepasst, der Mutterschutz wurde eingeführt und auch die Zahl der Wochen-Arbeitsstunden wurde gesenkt. Zudem gelang es den Frauen, in die klassischen Domänen der Männer vorzustoßen. So können zum Beispiel seit 1975 Frauen bei der Bunderwehr die Laufbahn eines Offiziers einschlagen, wenn auch vorerst lediglich im Sanitätsdienst. Auch in der Politik besetzen die Frauen nun gehobene Ämter, Heide Simonis wird 1993 in Schleswig-Holstein die erste deutsche Ministerpräsidentin und im Jahr 2005 wählt Deutschland mit Angela Merkel die erste deutsche Bundeskanzlerin. Man könnte daraus schließen, dass die Frauenbewegung ihre Ziele erreicht hat, dass sie sich nun auf ihren Errungenschaften ausruhen und die Gleichstellung zum Mann genießen kann.

Dies allerdings ist nicht der Fall. Auch im 21. Jahrhundert und einhundert Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist die Frau dem Mann noch nicht gleichgestellt. Es gibt nach wie vor Frauen, die mit ihrem Einkommen ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können. Es gibt nach wie vor Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden. Es gibt nach wie vor Frauen, denen von Männern Gewalt angetan wird (jede vierte Frau leidet unter häuslicher Gewalt). Es gibt nach wie vor Frauen, deren Genitalien aufgrund von Glaubensfragen brutal verstümmelt werden. Es gibt nach wie vor Frauen, die als Ware gehandelt werden. Und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist auch heute noch in vielen Ländern als Kriegswaffe eine angewandte Methode.

Am 08.03.2011 feierten die deutschen Frauen den 100. Internationalen Frauentag im Gedenken an jene, die sich in der Vergangenheit für die Rechte der Frauen eingesetzt haben und man resümierte die Erfolge der Frauenrechtsbewegung. Der Internationale Frauentag im Jahre 2011 wurde jedoch auch genutzt, um auf weiterhin bestehende, soziale Ungerechtigkeit hinzuweisen, denn der Kampf der Frauenbewegung ist noch nicht beendet, auch wenn in der heutigen Zeit mit anderen Waffen gekämpft wird.

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