Die Frau als Erfinderin: nicht nur Männer kennen den Weg zum Patentamt!

Frauen Patente

Wer kennt sie nicht? Johannes Gutenberg etwa, der den Buchdruck erfunden hat. Oder auch Robert Bunsen, der den Bunsenbrenner erdachte. Und wahrscheinlich ist auch Rudolf Diesel ziemlich vielen Personen bekannt, er erfand den Dieselmotor. Doch wer kennt Bette Graham oder Marion Donovan? Diese Namen sind wahrscheinlich kaum jemandem bekannt. Und das, obwohl die Damen alles richtig gemacht haben: sie hatten eine zündende Idee, probierten dies und jenes und als sie eine Lösung für ihr Problem gefunden hatten, beschritten sie den Weg zum Patentamt.

Dies übrigens war für eine Frau von damals gar nicht so einfach, denn Frauen hatten bis weit in das neunzehnte Jahrhundert hinein faktisch gar keinen Besitz. Ihr Eigentum, auch der Geistige, zählte zu den Besitztümern der angetrauten Ehemänner. Aus diesem Grund war es für Frauen bis zu dem Jahr 1809 unmöglich selbst ein Patent anzumelden. Natürlich sicherte man sich die Rechte an diesen Ideen trotzdem, das Patent wurde allerdings auf den Namen des Mannes angemeldet, der folglich auch alle Rechte darüber hatte.

Im Jahre 1809 allerdings, wendete sich das Blatt. Von nun an durften auch Frauen endlich Patente auf ihren eigenen Namen, vollkommen ohne einen Mann, anmelden. Und diese Möglichkeit nahmen auch viele Frauen wahr. So wie etwa Bette Graham, die das TippEx erfunden hat, oder auch Marion Donovan, die die Wegwerfwindel erfand. Beide Produkte werden auch heute noch tagtäglich verwendet. Und auch wenn das TippEx irgendwann einmal dem Computerzeitalter zum Opfer fallen wird, die Wegwerfwindeln werden sich aufgrund ihres praktischen Nutzens wohl nicht mehr vom Markt verdrängen lassen.

Neben Bette Graham und Marion Donovan gibt es noch zahlreiche weitere Frauen mit Erfindergeist. Und wer nun glaubt, dass Frauen nur Dinge ersonnen haben, die den Alltag erleichtern oder bei einer gewissen Arbeit behilflich sein können, der täuscht sich. Sicher, diese Frauen gab es durchaus: als erstes sei hier eine Dame genannt, die wohl heute noch in aller Munde ist:

Melitta Bentz. Sie genoss gerne mal eine gute Tasse Kaffee, allerdings störte sie irgendwann der Kaffeesatz erheblich, weswegen sie aus einem ausgedienten Topf und einer Seite Löschpapier den ersten Kaffeefilter erfand. Stellvertretend für alle anderen Frauen, die ebenso nützliche Dinge für den Alltag entworfen haben, sei an dieser Stelle auch noch Josephine Cochrane genannt. Dieser Name ist sicherlich nur den wenigsten ein Begriff, dabei ist ihre Erfindung sicherlich in den meisten modernen Haushalten zu finden: die Spülmaschine. Josephine Cochrane war sehr reich, man darf davon ausgehen, dass diese Dame wohl kaum häufig mit ihren eigenen Händen das Geschirr gespühlt hat, welches nach einer großen Feierlichkeit unweigerlich zurückbleibt. Was sie aber wahrlich ärgerte war, dass bei dem Spülen des Geschirrs von Hand derartig viele Teller, Tassen oder auch Schüsseln zu Bruch gingen. Aus diesem Grund erfand sie eine Gerätschaft, die als Vorläufer für die Spülmaschine gilt, wie wir sie heute kennen.

Doch Frauen machten sich sicherlich nicht ausschließlich darüber Gedanken, wie man sich den Alltag erleichtern oder aber einige Handgriffe sparen kann. Dass es auch in der Vergangenheit zahlreiche Frauen gab, die zu den Genießerinnen gezählt werden konnten, lässt sich etwa an dem Beispiel von Barbe-Nicole Cliquot zeigen. Dieser Name wird wahrscheinlich so einigen Genießerinnen der heutigen Zeit sehr bekannt sein. Barbe-Nicole Cliquot ersann eine Möglichkeit, Champagner so zu lagern, dass Ablagerungen von Hefe und Zucker entstehen und entfernt werden konnten, ohne dass dabei die Kohlensäure entweichen konnte, die bei einem Champagner, Schaumwein oder auch Sekt nicht fehlen darf. Zu den Genießerinnen zählt wohl auch Madame Marie Hagel aus Camembert. Ja richtig, das ist eine Stadt. Zugegeben, die Erfindung des Camembert geht auf ein dynamisches Duo bestehend aus ebendieser Frau und auf einen Mann zurück, der ihr ein Würze bringendes Geheimnis anvertraute. Und auch ganz außergewöhnliche Erfindungen, wie etwa das Fallschirmpaket (Katharina Paulus), die Scheibenwischanlage (Mary Anderson) oder auch das Frequenzspreizverfahren für drahtlose Datenübertragungen (Hedy Lamarr), welches übrigens heute noch Anwendung findet, zum Beispiel bei einer Bluetooth-Übertragung.

Es gibt zahlreiche Erfindungen, die den Alltag erleichtern oder bereichern, deren Patente von einer Frau angemeldet wurden. Was wird wohl als nächstes erfunden?

©iStockphoto.com/Yuri_Arcurs

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